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Lösungsorientierte Beratung


„Problem talk creates problems, solution talk creates solution."
(Steve de Shazer)

Diese Beratungsform ist entstanden aus der lösungsorientierten oder auch lösungsfokussierten Kurztherapie nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg. Die lösungsorientierte Maxime lautet: Lösungen konstruieren statt Probleme analysieren! Auf eine detaillierte Analyse des Problems wird verzichtet, stattdessen erfolgt eine Konzentration auf die Kreation möglicher Lösungen. „An die Stelle des Rückblicks auf die Vergangenheit tritt die Vision von Zukunft und die Weckung einer Sehnsucht nach Zukunft.“ (G.Bamberger: Lösungsorientierte Beratung, 2005).

Eine Fokussierung auf die Lösung bedeutet, die "positiven Unterschiede" zu erkennen und zu verstärken und zwar das, was jetzt bereits besser funktioniert und passt und von dem gewünscht wird, es möge in Zukunft in noch stärkerem Maße so sein.

Die drei Grundprinzipien der Lösungsfokussierung lauten:
1. „Repariere nicht was nicht kaputt ist.“
2. „Finde heraus was gut funktioniert und passt - und mache mehr davon.“
3. „Wenn etwas trotz vieler Anstrengungen nicht gut genug funktioniert und passt - dann höre damit auf und versuche etwas anderes.“

Die zentrale Annahme der lösungsorientierten Beratung ist, dass jedes System und jeder Mensch bereits über die Ressourcen verfügt, die zur Lösung eines Problems benötigt werden (ebenfalls eine der Vorannahmen des NLP), diese nur zurzeit nicht genutzt werden.  Menschen sind die Experten für ihr Leben und Berater nutzen alles, was Klienten mitbringen und sich für die Gewinnung einer Lösungsperspektive eignet.

Lösungsorientiertes Denken steht im Gegensatz zu Defizit-Konzepten (es gibt einen Mangel, eine Unfähigkeit, eine Neurose, eine frühe Störung usw.). Probleme werden als vom Klienten gemachte Konstruktionen gesehen, die auch umkonstruiert werden können. Dabei geht nicht um eine völlige Neustrukturierung und Lösung aller Probleme, sondern eine Intervention soll sich nur auf ein Minimum beschränken und einen Anstoß geben. Der Berater versteht sich als Impulsgeber für Selbstregulation.